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Abenteuerurlaub mit anschließender Hochzeit in Rumänien

Abenteuerurlaub mit anschließender Hochzeit in Rumänien published on
Umstands Brautmode
© Mamarella

Rumänien hat mehr zu bieten, als die überlaufenen Urlaubshochburgen am Schwarzen Meer. Wer Land und Leute kennenlernen möchte, sollte sich ins ursprüngliche Landesinnere begeben. In Transsylvanien und Siebenbürgen befinden sich unzählige traditionsreiche Siedlungsdörfer mit zauberhaftem Flair und gastfreundlichen Menschen, von denen einige sogar noch Deutsch sprechen. Für Abenteurer und Rucksacktouristen wird ein „Ritt“ auf Schusters Rappen über einen Kamm der Südkarpaten (Făgăraş-Gebirge) empfohlen.

Das Abenteuer beginnt
Start ist die Siebenbürgenstadt Brașov (ehemals Kronstadt) direkt am Gebirgsfuß des Berges Tâmpa. Über gut ausgebaute Wanderrouten besteigt man das Karstgebirge. Und es geht von Beginn an steil bergauf. Glasklare Quellen überqueren die Wege und laden zum Verweilen ein. Im Făgăraş-Gebirge gibt es einige bewirtschaftete Berghütten. Gelegentlich trifft man einen Schäfer mit seiner kleinen Herde und den neugierigen Hunden, die aus allen Rassen zusammengewürfelt scheinen. Mit dem Schäfer muss man unweigerlich einen Slibowitz trinken und wird höchstwahrscheinlich eingeladen, die Familie im Dorf zu besuchen oder gar an einer traditionellen Hochzeit teilzunehmen. In Rumänien wird sehr zeitig geheiratet. Grund ist oft eine Schwangerschaft der Braut. 14-jährige Mütter sind in den Bergdörfern keine Seltenheit. Demzufolge ist praktische Umstandsmode für die Hochzeit gefragt. Weil die Menschen in den kleineren Ortschaften rund um die Karpaten nur selten in die Großstadt kommen, und die Region touristisch noch wenig erschlossen ist, können Freundschaften fürs Leben entstehen. Beim Dorfbäcker erhält man das beste Brot und der reichste Bauer lädt in seine gute Stube ein, in der meist ein mit einem Vorhängeschloss gesicherter Kühlschrank steht.

Schlafen auf Pritschen in einfachen Holzhütten
Die Abstände zwischen den Hütten betragen bis zu 30 Kilometer und man muss sich ganz schön sputen, um die Nacht nicht im Wald zu verbringen. Das ist auch wenig ratsam, denn im rumänischen Bergland gibt es Bären und Wölfe. Der Lieferservice in den Karpaten besteht übrigens aus gewitzten Hütejungs mit schwer bepackten Lasteseln, die zweimal am Tag den Weg zu den Berghütten laufen und diese mit dem Nötigsten versorgen. Gegen einen geringen Obolus nehmen die Boten vielleicht einen schweren Wanderrucksack mit, sofern noch Platz auf einem der Eselsrücken ist. Für Fahrzeuge sind die Hütten von Brașov aus unerreichbar. Sind die „Sieben Schritte bis zum Tod“ (ein extrem schmaler Berggrat in 2.500 Metern Höhe) geschafft, ist das ehemalige Urlaubsdomizil Ceaușescu an einem idyllischen Bergsee nicht mehr weit. Jetzt befindet sich hier ein Hotel. Von dort aus geht es über eine befestigte Straße wieder abwärts und die ersten Ortschaften kommen in Sicht.

Geschafft!
Ziel der mehrtägigen Bergwanderung ist die Stadt Sibiu (ehemals Hermannstadt). Vielleicht haben Sie vom Dorfältesten der letzten Ortschaft den Auftrag bekommen, im dortigen Kaufhaus Umstandsmode für die Hochzeit der Enkelin zu bestellen. Befolgen Sie diesen Wunsch. Denn Sie werden garantiert zur nächsten Hochzeit nach Rumänien eingeladen.